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Mari: vom Büro aufs Feld, eine Geschichte der Resilienz

Mari: vom Büro aufs Feld, eine Geschichte der Resilienz

Aitana Arlandis 72 5. März 2026

Mit 52 Jahren war Mari gezwungen, ihre Karriere als Verwaltungsangestellte hinter sich zu lassen und ein neues berufliches Kapitel in der Welt der Landwirtschaft zu beginnen — ein Wandel, den sie sich nach Jahrzehnten in einem völlig anderen Beruf niemals hätte vorstellen können.

Vor sechzehn Jahren erhielt Mari die Nachricht, dass ihr Mann, Erzeuger und Landwirt mehrerer Orangenhaine, erkrankt war. Angesichts dieser Situation entschied sie sich, ihre Stelle als Verwaltungsangestellte in einem Immobilienbüro aufzugeben, um ihm bei der Bewirtschaftung der Orangenhaine zu helfen, die damals als konventionelle Baumschule betrieben wurden. Bis dahin hatte sich ihr Kontakt zu dieser Welt darauf beschränkt, sonntags mit ihrer Familie die Felder zu besuchen.

Ich bin schon immer gerne mit meinen Töchtern und meinem Mann zu den Feldern gefahren, aber ich hätte mir nie vorgestellt, dass ich mich einmal selbst um sie kümmern müsste.

Als ihr Mann verstarb, beschloss Mari, die gesamte Baumschule aufzulösen und sich weiterhin um die Haine zu kümmern — aus Respekt vor dem, was ihr Mann ihren Töchtern hinterlassen hatte, ihrem Erbe, und um das fortzuführen, was er über so viele Jahre aufgebaut hatte, ohne all diese Mühe verloren gehen zu lassen.

Sie krempelte die Ärmel hoch und begann, alles von Grund auf zu lernen. Wie sie selbst erzählt, fühlte sie sich anfangs völlig überfordert, da sie diese Welt weder verstand noch kannte. Es war schwer. Sie begann damit, die Rechnungen der Produkte durchzugehen, die ihr Mann gekauft hatte, da sie die Buchhaltung geführt hatte, als er sich noch um die Haine und die Baumschule kümmerte. Sie beobachtete, welche Art von Dünger er je nach Jahreszeit verwendete, und lernte, als sie noch konventionelle Landwirtschaft betrieben, dass man nicht immer denselben verwenden kann, weil sich der Boden daran gewöhnt und ihn nicht mehr richtig aufnimmt. Mari wird emotional, wenn sie erzählt, wie sie nach und nach lernte, die Haine zu bewirtschaften — dank der Hilfe von Genossenschaften und Landwirtschaftsberatern, die ihr rieten, welche Produkte sie verwenden sollte, in welcher Menge und zu welchem Zeitpunkt.

Im Laufe der Zeit musste sie auf Anraten ihrer Töchter einige Haine und Flächen aufgeben, da diese ihr klar machten, dass sie viel zu viel arbeitete für einen praktisch nicht vorhandenen Gewinn. Was sie von einigen Parzellen erwirtschaftete, musste sie in andere investieren, und dazu kamen noch sämtliche Lohnkosten. Am Ende blieb nichts übrig, und gelegentlich musste sie sogar Geld aus eigener Tasche zuschießen. Deshalb entschied sie sich, die bewirtschaftete Fläche zu verkleinern, um mit einer besseren Arbeitsqualität weitermachen zu können, und ließ einige Haine hinter sich.

Ihr Weg von konventionell zu ökologisch

Obwohl sich ihr Mann nie für die ökologische Landwirtschaft entscheiden konnte — auch wenn sie selbst bereits begonnen hatte, darüber nachzudenken —, weil er der Meinung war, es bedeute zu viel Arbeit und die Haine seien nicht bereit für diesen Wandel, entschied sich Mari einige Jahre später, den Schritt zu wagen und das Risiko einzugehen.

Die Umstellung auf ökologische Landwirtschaft wurde vor allem von ihren Töchtern angetrieben: die ältere, promovierte Biologin mit Spezialisierung auf Parasiten, die sie seit Jahren ermutigte, diesen Wechsel vorzunehmen, da er rentabler und motivierender sei, und die jüngere, Therapeutin mit Spezialisierung auf Hirnverletzungen. Sie musste mehrere Kurse absolvieren, um diese Umstellung durchführen zu können. Je tiefer sie in diese Welt eintauchte, desto mehr erkannte sie, dass sie ihr einen neuen Anreiz bot, eine andere Art, die Dinge zu behandeln und Ökosysteme zu betrachten.

Der Wechsel von der konventionellen zur ökologischen Landwirtschaft bedeutet, die Bäume stärker ihrem natürlichen Kreislauf folgen zu lassen und auf Produkte zu verzichten, die während des Wachstums schädlich für die Umwelt oder die Menschen sind.

Mari erzählt, dass der Wechsel zur ökologischen Landwirtschaft ihr Bewusstsein für die Nutzung von Pflanzenmaterial, das Recycling und die Wiederverwendung von Grünabfällen zur Kompostherstellung geschärft hat. Die Umstellung auf ökologische Landwirtschaft bedeutete deutlich mehr Aufwand und Verzicht, war aber trotz aller Schwierigkeiten eine äußerst motivierende Erfahrung.

Heute

Heute, obwohl sie bereits im Ruhestand ist, bleibt sie die Verantwortliche für die Haine, denn sie zu verpachten oder zu verkaufen kommt für sie nicht in Frage. Sie ist diejenige, die darauf achtet, dass alles reibungslos läuft: die Arbeiter, die Produkte und der allgemeine Zustand der Felder.

Aus ihrer Erfahrung heraus reflektiert sie über die Sorglosigkeit der Gesellschaft gegenüber dem Klimawandel, denn die Auswirkungen der Dürre sind verheerend und kaum vorstellbar, bis man sie in der Landwirtschaft aus nächster Nähe erlebt. Diese Realität hat ihr Umweltbewusstsein vertieft.

Für Mari ist die Landwirtschaft eine wunderbare Aufgabe, aber zutiefst verletzlich, da sie nicht nur vom menschlichen Einsatz abhängt, sondern auch von äußeren Faktoren wie dem Klima, was sie zu einer ebenso wertvollen wie zerbrechlichen Tätigkeit macht.

Mari in ihren Orangenhainen
Mari, ökologische Landwirtin in Cullera.